Von Gämsen, Rittern und edlen Weinen

Interessantes zum Thema Besserstein

Besserstein, der Felssporn des Geissbergs mit der noch in Fragmenten erhaltenen Burgruine, gibt unserer Firma den Namen. Er zieht vor allem dank der einzigartigen Sicht über das untere Aaretal und das Wasserschloss viele Wanderer an. Von hier sieht man über das Wasserschloss, wo Limmat, Reuss und Aare zusammenfliessen, in die Flusstäler des Aargaus. Entlang dieser Flüsse an Südhanglagen liegen zahlreiche Rebberge und man fühlt sich im Kernland des Aargauer Weinbaus. Zu Füssen des Aussichtspunktes liegt das Weinbaudorf Villigen.

Die gesamte Rebfläche des Dorfes beträgt zur Zeit noch 16,5 Hektar, vorwiegend mit Pinot noir bestockt. Am Schlossberg und am Steinbruch erreichen die Hanglagen bis 60 %. Das Dorf liegt auf ca. 360 m über Meer und durch alle Rebberge führt die 400-m-Höhenlinie. Die Lage Schlossberg und Steinbruch ist Ortsbürgerland, Villiger Ortsbürger haben das Vorrecht bei einer Neuverpachtung. Die Lage Berg hingegen ist Privateigentum. Der Schlossberg wurde 1837 und der Steinbruch 1872 für Rebland gerodet.

Die stattliche, einstige Trotte wurde von den Ortsbürgern für 2,6 Millionen Franken jüngst zu einem Kultur- und Begegnungszentrum ausgebaut.

Vor allem auch Gämsen gehören zu Villigen! Sie wurden am Geissberg mit staatlicher Unterstützung gefördert. Der Bestand nahm stetig zu. Im Jura konnten sich einzig am Geissberg und an der Wasserflue dauernd Kolonien halten. Heute dürfte der gesamte Gämsenbestand im Aargau gute 250 Tiere betragen. Mit etwas Glück kann man einem Rudel auf dem Weg zur Ruine Besserstein begegnen.

Ein winziges Mäuerchen ist alles, was von der einstigen Burg mit dem seltsamen Namen Besserstein auf dem Sporn des Geissbergs übrigblieb. Ihre Geschichte verliert sich völlig im Dunkeln, doch hat sich eine hübsche Sage erhalten. Nach Ludwig Bechsteins Sagenbuch soll der Erbauer die neue Burg stolz seinen beiden Söhnen gezeigt haben, die sich ebenfalls begeisterten, allerdings aus höchst egoistischen Gründen. Da könnten sie dem Volk den Fuss auf den Nacken setzen und Zölle und Gebühren erheben, schwärmten sie. Das versetzte den Vater in Wut. Er schmiss seinen Humpen auf den Boden, trommelte Knechte zusammen und liess die Burg total niederreissen. «Besser Stein als eine Zwingburg, die Schimpf und Schande auf den Namen derer von Villigen häuft», rief er aus und verdammte jeden, der wieder versuchen sollte, eine Burg am gleichen Platz zu bauen. Ob jener Henricus von Villigen, der als erster Villiger 1247 erwähnt wurde, der zornige Burgherr war, ist unbekannt.